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  25 Jahre weißer Schäferhund vom Werntal

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Hodenfehler / Kryptorchismus weißer Schäferhund (ohne Gewähr auf Richtigkeit,
Vollständigkeit etc. im Zweifelsfall ist stets ein Tierarzt zu befragen)

Bei der Geburt der Welpen befinden sich die Hoden in der Nähe des Leistenkanals und wandern normalerweise zwischen der 6. und 9 Lebenswoche in den Hodensack (= Skrotum) hinein .

Gelegentlich kommt es in allen Rassen, auch beim weißen Schäferhund vor, daß bei der Abholung der Welpen (im Alter von 8 Wochen) noch nicht beide Hoden im Hodensack fühlbar sind. Bei der Wurfabnahme zwischen der 7.ten und 8.ten Lebenswoche sollte dies der Zuchtwart / - und /- oder der Tierarzt feststellen.

Geübte Züchter können dem Käufer bei der Welpenübergabe genau zeigen, wo sich beide Hoden momentan befinden

Das Hoden fühlen beherrschen leider nicht alle Züchter (und leider auch nicht alle Tierärzte !!!! ) zuverlässig. Es gehört schon einiges an Übung dazu. Die Welpen sollten zu diesem Zeitpunkt möglichst sehr müde sein und entspannt auf der Seite liegen. Denn Welpen die aufgeregt sind (z.B. in der Tierarztpraxis), können die Hoden auch nach oben ziehen, was den Befund natürlich verfälscht ! Und da die Hoden relativ klein (Erbsengröße) sind, ist es wichtig, daß der Welpe still hält. Mit richtig schön müden Welpen geht das nach meiner Erfahrung optimal und man plagt sie so auch nicht mit “zwanghaftem Stillhalten bzw. Festhalten”, weil sie ohnehin entspannt sind oder ruhig schlafen.

Folgende Möglichkeiten bei der Abholung des Welpen im Alter von 8 Wochen gibt es:

1. beide Hoden sind im Skrotum tastbar
Dies ist der Idealfall .

2. Ein Hode oder auch beide Hoden sind kurz vor dem Skrotum tastbar.
Hier besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit, daß die Hoden diesen noch fehlenden einen bis zwei cm bis in den
Hodensack von ganz alleine absteigen. Daher würde ich persönlich meinen Käufer raten wöchentlich zu prüfen an welcher
Stelle sich die Hoden befinden, und nur falls sich der Abstand zum Hodensack vergrößert, würde ich eine Hormonbehandlung
in Erwägung ziehen.

Manche Tierärzte raten hier bereits mit 6 bis 8 Wochen zu einer Hormonbehandlung, welche aus bis zu 4 Hormonspritzen
besteht und in wöchentlichen Abständen verabreicht wird.

Während wiederum andere Tierärzte die Meinung vertreten, daß Hormongaben sinnlos seien,
weil der Hodenabstieg von der Länge des Bandes abhängt, an dem die Hoden aufgehängt sind und die Hormone nicht in der
Lage seien, dieses Band zu verlängern.

Wieder andere Tierärzte vertreten die Meinung, unbedingt einfach nur abzuwarten, dem jungen Hund Zeit zu lassen, denn ein
Hodenabstieg ist bis zu einem Alter von 6 Monaten noch möglich ( jedoch mit zunehmendem Alter nach 12 Wochen immer unwahrscheinlicher bzw. seltener).

3. Ein Hode oder auch beide Hoden sind in der Leiste tastbar.
Hier hat der Hode einen noch etwas weiteren Weg zurück zu legen, bis er den Hodensack erreicht hat.
Die Meinungen der Tierärzte hierzu ist wie unter Punkt 2 beschrieben.

4. Ein oder beide Hoden sind weder im Skrotum, noch kurz davor, noch in der Leiste tastbar.
Dies ist die ungünstigste mögliche Variante. Grundsätzlich ist es auch hier möglich, daß die Hoden noch absteigen, aber die
Wahrscheinlichkeit des Absteigens ist natürlich geringer als bei Punkt 2 und 3.
In Bezug auf Hormonspritzen gilt ebenfalls das unter Punkt 2.

Die Häufigkeit von Hodenfehlern in der Rasse weißer Schäferhund schätze ich persönlich so ein, daß jeder 4.te männliche Welpe bei der Wurfabnahme in der 8. Woche noch nicht beide Hoden im Skrotum hat. Dies bestätigten mir auch die Zuchtbücher über 4 Jahre hinweg eines Weißen Schäferhundevereines, zwischen 20 bis 27 % aller Rüden. 
 

Bei Einhodern rät die Schulmedizin dazu den innen liegenden Hoden operativ zu entfernen mit der Begründung, daß der innen liegende Hode ein 13,6 fach höheres Risiko hat im Laufe des Hundelebens tumorös zu entarten, als jene Hoden welche sich im Skrotum befinden.
siehe Ende 3. Seite Quelle Zitat: “Eine hormonelle oder chirurgische Behandlung ist sinnvoll, da das Risiko, Hodentumore zu entwickeln bei Kryptorchiden 13,6 mal höher liegt als bei gesunden Rüden”. Zitatende.

Eine Prozentwert über die Häufigkeit von Hodenkrebs bei Rüden die beide Hoden im Skrotum haben konnte ich bisher noch nicht finden, doch auch diese Zahl dürfte an die obigen 13,6 evtl. annähernd heran kommen ?

Auf keinen Fall ist große Eile angesagt einen innenliegenden Hoden operativ zu entfernen. Viele Besitzer eines Einhoders befürchten, wenn der Welpe/Junghund nicht sofort operiert wird, würde er am morgigen Tag an Hodenkrebs erkranken. Das halte ich für unsinnige Panikmache. Persönlich denke ich, es reicht aus, wenn die OP mit 1 bis 3 Jahren erfolgt.

Ich kenne einige völlig intakte Rüden mit außenliegenden Hoden die im Alter an Hodenkrebs erkrankt sind, und mir sind auch ettliche
( nichtoperierte) Einhoder bekannt, die auch im hohen Alter (trotz innenliegendem Hoden) keinen Hodenkrebs entwickelt haben ..... Ist eine 13,6 höhere Wahrscheinlichkeit wirklich sooooo drastisch ?

In einem Hundeleben kommt es häufiger zu Situationen, wo der Hund in Narkose gelegt werden muß. Z.B. nach einer Rauferei mit anderen Rüden muß der eigene Hund genäht werden. Oder er tritt in Scherben und schlitzt sich die Fußballen auf und muß unter Narkose genäht werden, oder aber man will aktiven Hundesport betreiben und nachschauen lassen, ob die Hüften des Hundes gesund sind, auch dazu braucht er eine Vollnarkose. Ich persönlich würde bei so einer Gelegenheit den innen liegenden Hoden mit entfernen lassen um dem Hund zumindest eine Narkose zu sparen. Man sollte vor einer Operation durchaus mehrere Tierärzte und deren Preise für den Einriff einholen. Ab 200 Euro ist diese OP durchaus machbar, leider sind Tierärzte auch gute Kaufleute und ein Dreifaches davon ist mgl.

Einhoder sind von der Zucht und von Ausstellungen ausgeschlossen, da man davon ausgeht, daß Hodenfehler vererbbar sind.
Man vermutet einen autosomal rezessiven Erbgang.

Es gibt Anhaltspunkte, daß während der Trächtigkeit einer Hündin bereits hormonelle Störungen den Hodenabstieg der Föten negativ beeinflußt. Hodenfehler in Abhängigkeit von Geburtsmonat und Wurfgröße werden hier deutlich geschildert:
Zitat:
“Der Geburtsmonat November (11,3%) zeigt die geringste Kryptorchidenrate. Juliwürfe (16,2%) zeigen demgegenüber mehr
als 4,9% höhere Werte....
Auch die Wurfgröße, dargestellt in Abb.3, spielt eine Rolle bei dem Risiko für Kryptorchismus. In sehr kleinen Würfen mit 1-2 eingetragenen Tieren sind über 20% Kryptorchide, in großen Würfen sinkt die Rate unter 5%. Wurfgröße ist nicht die primäre
Ursache dafür, vielmehr ist damit das Welpengewicht und die Welpenentwicklung verbunden.” Zitat Ende.
Ein weiterer Link dazu hier klicken

Ein Zusammenhang mit zunehmder Inzucht und Zunahme von Hodenfehlern wird auch genannt.

So lange nichts sicher bewiesen ist, sollte man nach wie vor nur mit Rüden züchten, die beide Hoden aufweisen, außerdem sollte man auch solche Rüden von der Zucht ausschließen, bei denen der Hodenabstieg abnormal bzw. stark verspätet, oder durch manuelle und/oder hormonelle Eingriffe gefördert wurde.

Sind Einhoder im Wurf wird die “Schuld” daran stets dem Vater der Welpen gegeben, “er vererbe Einhoder”. Leider wird völlig außer Acht gelassen, daß auch die Mutterhündin genetisch an der Vererbung von Einhodern beteiligt ist.
Z.B. weiß man in der Regel nicht, ob die Mutter aus einem Wurf stammt wo z.B. alle Brüder Einhoder waren etc.

Persönlich finde ich es sehr wichtig, kurz vor der Abholung den Welpenkäufer über die momentane Situation aufzuklären und dies auch schriftlich zu fixieren. Ich persönlich zeige dem Käufer bei der Abholung wie man die Hoden fühlt, und er kann sich selbst davon überzeugen, daß beide Hoden ggf. bereits im Skrotum sind. Sollten noch nicht beide Hoden abgestiegen sein, so mache ich darauf aufmerksam, wo sich diese genau befinden. Es wird im Kaufvertrag vermerkt und man kann u.U. ein Preisnachlaß vereinbaren, für den Fall, daß evtl. ein Hode bis zum 6. Lebensmonat nicht abgestiegen sein sollte.

Leider kommt es allerorts diesbezüglich zu unschönen Situationen, weil sich die Käufer vom Züchter geprellt fühlen, soetwas muß wirklich nicht sein. Die Enttäuschung ist stets groß, wenn der Welpenkäufer zur Zweitimpfung ( 12 Wochen ) erstmals von seinem Tierarzt über Hodenfehler informiert werden muß und alle evtl. gehegten Zucht oder Ausstellungsabsichten damit nichtig sind. Oder gar Nichtswissend an einer Ausstellung teilnimmt und wegen einem fehlenden Hoden disqualifiziert wird.

Der Vollständigkeit halber möchte ich anmerken, daß es möglich ist (wenn auch sehr selten) daß bei der Abholung beide Hoden im Skrotum tastbar waren und nur kurze Zeit später ein oder beide Hoden wieder hochgezogen wurden.

Um zwischen Züchter und Käufer von vorne herein Mißverständnisse auszuschließen, rate ich stets den Stand der Hoden zum Abgabezeitpunkt vertraglich festzuhalten und den Käufer anzuweisen “selbst zu fühlen”.

Meiner Meinung nach ist es nicht schlimm, sollte ein Hode nicht absteigen. Die Eigenschaften eines reinen Familienhundes sind dadurch nicht gemindert und als Privatmann wäre für mich ein Einhoder kein Grund diesen Hund nicht zu kaufen. Hätte ich als Käufer Zuchtabsichten, so würde ich noch vor Abholung des Rüden vom Vertrag zurück treten, bzw. würde ich einem Zuchtinteressierten keinen Rüden übergeben, der bei der Abholung nicht beide Hoden im Hodensack hat.

15.Juli 2011 copyright B.Stoll

 

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